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Darya und Ferenc

Darya und Ferenc verbindet eine Freundschaft seit der Schulzeit.

Anfangs konnten sie sich nicht leiden und hassten sich regelrecht. Beim Fechten waren sie erbitterte Gegner und Ferencs anerzogener Ehrgeiz und Daryas vererbte "Was ich nicht haben kann, will ich umso mehr!"-Hartnäckigkeit ließ sie immer wieder aufeinander prallen.

Aus einem unerfindlichen Grund, lernte Darya die Wortgefechte und die hinterhältigen Scherzattacken zu schätzen.

Jetzt sind sie beste Freunde und Darya sorgt sich rund um die Uhr um Ferenc. Mit ihrer angeborenen Hartnäckigkeit verfolgt sie ihr Ziel, ihm eine passende Frau zu verschaffen, da sie ihn so glücklich sehen will, wie sie selbst ist. Dass sie damit manchmal über die Stränge schlägt, nimmt Ferenc ihr nur gering übel. Dennoch belächelt er ihre Pläne eher, als sie wirklich zu unterstützen.

Schulpartner

Die Streitigkeiten der Beiden blieben auch den Lehrern an der Lamiaschule nicht verborgen. Der Tag, an dem die beiden aus reiner Boshaftigkeit zu Partnern gemacht wurden, ist der Tag, an dem ihre Freundschaft geboren wird.

Darya seufzte leise, holte tief Luft und ließ sich dann fallen. Noch im Fallen wusste sie, dass das ein Fehler gewesen war. Unter normalen Umständen hätte sie das auch nicht getan. Aber jetzt hatte sie ja keine Wahl gehabt.
Zwei Arme fingen sie auf. Sie waren nicht so kräftig, wie Darya es vermutet hätte. Einen Moment kam die Panik in ihr hoch, dass sie sie nicht halten konnten, doch dann stand sie wieder.
„Du vertraust mir ja nicht besonders.“, flüsterte die Stimme ihres wenig geliebten Schulfeindes.
Darya kniff die Augen zusammen und versuchte seine Hände von ihren Oberarmen zu schütteln. „Ich hab mich doch fallen gelassen.“, murrte sie leise und drehte sich zu ihm.
Ferenc hatte ein selbstgefälliges Grinsen auf den Lippen. Darya wusste nicht einmal, was sie so an ihm aufregte, aber er nervte! Immer und immer wieder. Jeden Tag aufs Neue. „So hast du auch geklungen.“
Darya schüttelte den Kopf und rieb sich die Oberarme, die sich plötzlich auffällig kühl anfühlten. Sein Griff war nicht so hart gewesen, wie sie es ihm zugetraut hätte. Ein wenig überrascht über diese Erkenntnis musterte sie seine viel zu vollen Lippen. Immer noch so ein süffisantes Lächeln. „Wie hab ich denn geklungen?“
Ferenc lachte. „Gequietscht hast du.“ Er ahmte zwar nicht das Geräusch nach, was Darya bedauerte, aber er verzog das Gesicht auf so eine Weise, dass Darya sich sehr sicher war, nicht so geguckt zu haben.
„Bitte … dann bist du jetzt dran.“ Sie stellte sich mit einer Bewegung hinter ihn, berührte seinen Nacken und trat zurück. Sie musste grinsen. Jedes Mal, wenn sie seinen Nacken berühren konnte, wusste er, dass sie ihn auch hätte töten können. Das war ein Spiel, das sie sich beim Fechten ausgedacht hatten. Inzwischen war sie darin wesentlich besser als er. Einmal hatte er gesagt, er kann nicht ständig seine Gedanken daran verschwenden … Darya hatte erwidert, dass Multitasking wohl eine Kompetenz sei, die er noch nicht beherrsche. Da hatte Darya das Wortgefecht gewonnen. Etwas, das bis vor kurzem noch eine Seltenheit gewesen war. Aber als Astair, auch wenn sie Sullivan hieß, musste man solche Dinge schnell lernen können. Darauf war sie auch stolz. Obwohl Ferenc in letzter Zeit ein wenig abwesend wirkte, der Horst.
„Und du denkst, du kannst mich auffangen?“ Aus Ferencs Stimme klangen die Zweifel und Darya zweifelte auch einen Moment. „Na wir werden sehen.“, erklärte sie gespielt fröhlich. Ferencs Vertrauen in sie sank beständig. Aber wollte er diese Übung unter den Augen der adlernasigen Lehrerin bestehen, musste er sich wohl oder übel darauf einlassen.
Darya grinste sadistisch, während Ferenc sich in Position brachte. Er drehte den Kopf zu ihr, um ihr einen missmutigen Blick zu zuwerfen, was sie nur zum Lachen brachte. „Komm. Vertrau mir.“
Ferenc ließ sich fallen. Keine direkte Überraschung, doch Darya reagierte einen Moment wirklich hektisch. Sie beugte sich rasch vor und packte seine Oberarme, versuchte ihn fest zu halten. Er fiel zwar noch ein Stück, aber immerhin schaffte sie es noch vor dem Boden, ihn fest zu halten. Aber wieder hoch bekommen …
Ferenc fluchte leise. Steif wie ein Brett. Gut unter Kontrolle hatte er sich auf jeden Fall. Aber … „Eh … setz dich mal auf, ja?“
Ferenc setzte sich, grummelte vor sich hin und Darya hockte sich rasch vor ihn. „Naja … ich habe dich aufgefangen ...“, versuchte sie sich zu verteidigen. Das war mega anstrengend gewesen!
„Und dann landete ich doch auf dem Boden. Jaja.“ Er sah beleidigt drein.
„Du wiegst eben zu viel!“
„Nicht so viel wie du, und dich konnte ich auch auffangen!“
„Das … du bist ein Kerl … und ich bin nicht so schwer ...“
„Aber genau so siehst du aus!“
Darya sog geschockt die Luft zwischen den Zähnen mit einem Zischen ein. „Was!?“
Ferencs selbstzufriedenes Grinsen reichte mit seinem eh schon viel zu breiten Mund von Ohr zu Ohr. Darya erwog für einen Moment, ihm diese Beobachtung sofort ins Gesicht zu klatschen, aber die Lehrerin unterbrach ihren bösen Plan.
„Kinder! Müsst ihr euch denn immer streiten? Wenn das so weiter geht, dürft ihr nun bald immer zusammen arbeiten.“ Die graue Hexe sah aus, als wäre sie sehr zufrieden mit ihrer Drohung und Darya verdrehte die Augen. Unbemerkt natürlich, denn Ferenc schnaubte leise und lenkte damit die Aufmerksamkeit der Frau auf sich.
„Manchmal vertragen sich zwei Charaktere einfach nicht … das kann man nicht ändern. Auch nicht durch die Allmacht der Schule.“, erklärte er mit seiner üblichen Überheblichkeit.
Darya holte tief Luft. Manchmal hatte er mit seinen Bemerkungen Glück. Meistens nicht. Dann gab es Ärger.
„Nun ...“ Die Lehrerin richtete ihre kalten Augen wieder auf Darya, lächelte dann und nickte dann Ferenc zu. „Die Allmacht der Schule ergötzt sich aber an euren Problemen … also seid ihr von nun an ein Team. Für die weiteren Übungen. Herzlichen Glückwunsch, Herr Mikanko für ihre reizende neue Partnerin.“
Darya verzog angewidert das Gesicht und die Lehrerin kicherte wie ein kleines Mädchen. Ferenc starrte grimmig vor sich hin. Na toll.